Heiraten zu zweit – Eine Hochzeit in Zeiten von Corona

6. April 2020

Heiraten zu zweit. Eigentlich haben Liske und Moritz ihre Hochzeit anders geplant; mit ein paar Gästen mehr wollten sie ihre Liebe feiern. Aber so ist das in Zeiten von Corona und niemand wusste so genau, wie das wohl werden würde, so zu zweit, ohne Gäste. Isabell, eine liebste Freundin von Liske und Moritz, war noch mit, die auch in den Anfängen der Beziehung schon dabei war. So liefen wir, immer auf Abstand bedacht und ab und an Straßenseiten-wechelnd, zum Altona Rathaus. Auch Isabell und ich als Fotografin durften die standesamtliche Trauung nicht begleiten. Wie? kein Ringetausch, kein erster Kuss als vermähltes Brautpaar? Ja. Und es war überhaupt nicht schlimm. Liske und ich haben uns ein paar Tage vorab ausgetauscht und gemeinsam überlegt, wie man diese Lücke füllen konnte. Ich für meinen Teil habe festgehalten, was draussen passierte, Isabell hat schon mal die Proseccos in Stellung gebracht und die Standesbeamtin hat für Liske und Moritz eine Menge toller Erinnerungen mit dem Handy geschossen. Um die 200 mal hat sie für die zwei auf den Auslöser gedrückt. Herrlich!

Dieser Tag hat mir wieder gezeigt, dass wir nicht traditionell alles immer so handhaben müssen, nur weil es immer so gemacht worden ist. Natürlich ist es schön auch von der  standesamtlichen Trauung Fotos zu haben – Aber vielleicht macht jeder von uns einmal mehr einen Schritt aus seiner Komfort Zone und lässt sich überraschen, was das Leben noch so an Überraschungen für uns bereit hält. Niemand weiß, wie lange wir noch in dieser jetzigen Situation bleiben werden, wann sich alles wieder ändert. Aber es wird sich alles zum Guten fügen und wir können so viel daraus mitnehmen. Die Umstände haben diesen Tag ganz besonders werden lassen. Es sind die kleinen Momente, die Momente dazwischen, die Stimmung, die wir als Hochzeitsfotografen kreeiren, um etwas ganz Besonderes daraus zu machen. Wir hatten eine ganz wundervolle Zeit zusammen und haben uns alle immer wieder gegenseitig daran erinnert, Abstand zu halten.

Es geht alles, irgendwie. Liske und Moritz werden sich, genau so wie ich, immer an diesen Tag mit all seinen Facetten erinnern: Die leeren Straßen, die geschlossenen Läden, die kleinen Botschaften und mittendrin Liske und Moritz, Isabell und ich. Irgendwie verrückt, denn es wird uns unser Leben lang miteinander verbinden.

 

Die Standesbeamtin hat alles gegeben, um für Liske und Moritz

diesen besonderen Moment festzuhalten. Ich habe die Fotos dann aufbereitet

und mit in die ganze Reportage miteingebunden.